Zwei Filmtipps: ALPHA & THEY WILL KILL YOU

MEDUSA IN LE HAVRE

ALPHA, erster Buchstabe im Alphabet, steht für Beginn. Zugleich ist es der Name einer 13jährigen (Mélissa Boros) inmitten einer apokalyptischen Szenerie. Steht sie für letzte Hoffnung? Nein! Wahrscheinlich ist Alpha sogar von einem tödlichen Virus befallen, der seine Opfer langsam zu Stein erstarren lässt. Eine Verwandlung, die in altgriechischer Mythologie der Blick der Gorgonen-Schwester Medusa auslöst. Alpha hingegen wurde beim Tätowieren infiziert. Die Nadel war verseucht.

Schauplatz des Films ist die nordfranzösische Stadt Le Havre, die diente schon in LE QUAI DES BRUMES (Hafen im Nebel, 1938) als letzte Haltestelle für Verlorene und Suizidale. Regisseurin Julia Ducournaui zeigt die Hafenstadt als gigantisches Lazarett, dessen Ärzte geflüchtet sind. Wo nur noch Alphas Mutter und einige Pflegekräfte durchhalten. Überraschenderweise spielt der Film in der Vergangenheit, in den frühen Achtzigern. Damals vergiftete die Aids-Angst das erotische Erleben.

So auch in ALPHA: Der Infektionsverdacht sabotiert ihr erwachendes Liebesleben, sorgt für komplette Isolation: Mitschüler gehen auf Distanz, beschimpfen sie. Manches erinnert an die Jahre von Covid 19. Die Filmkritik ordnet ALPHA dem Body-Horror zu. Das stimmt nur bedingt. In erster Linie ist er ein melancholisches Poem auf die Vergänglichkeit, auf das ungelebte Leben und die destruktive Auswirkung von Angst. (Sp)

FANTASIEREICHES GEMETZEL

Hallo liebe Leute, Halloween ist noch ein bisschen hin aber vielleicht ist es trotzdem die richtige Zeit für einen actiongeladenen Splatterfilm wie „They will kill you“ der sich nicht zu ernst nimmt und auch lange nicht die 2 Stunden knackt. Der Name ist Programm und Zazie Beetz metzelt sich fantasiereich durchs Hotel, wirkt selbst fast wie Jason nur ohne Maske und mit mehr Blut. Ich habe es richtig genossen, und bei einigen Einfällen musste ich laut Lachen, ein paar frische Ideen und eine kleine Prise Liebe. Viel Spaß bei der Schlachtplatte 😉 (Jo)