b-ware!-Herbst: Subversiv, schaurig und schreiend komisch!

Der Sommer schleicht sich davon, der Frühherbst regnet sich ein. Mit anderen Worten: It’s Showtime! Zahlreiche Arthouse-Hits stehen startbereit. Drei Kostproben:

Da wäre HONEY DON’T: Ethan Coens neue Komödie ist der zweite Teil seiner Queer-Trilogie. Hauptfigur ist wieder Privatdetektivin Honey O’Donahue (Margaret Qualley): Bei einer Spurensuche im kalifornischen Kaff Bakersfield, gerät sie in Konfrontation mit einer religiösen Sekte… Neo Noir vom Feinsten. Margaret Qualley (POOR THINGS, KINDS OF KINDNESS und THE SUBSTANCE) brilliert in einem Rollenfach, das früher Männern wie Humphrey Bogart vorbehalten blieb. Spiegel-Online jubelt: „Sie flirtet und flucht, prügelt und schießt: Margaret Qualley ist der Star in Ethan Coens blutiger Kinokomödie HONEY DON’T ! Die Schauspielerin ist die derzeit coolste Frau von Hollywood“. Kinostart: 11. September.

Ein beliebtes Experten-Spiel: Man bezeichnet Romane wie „Ulysses“ als „unverfilmbar“ – bis sie dann doch verfilmt werden. Das galt auch für Stephen Kings THE LANG WALK – TODESMARSCH. Der Autor selber glaubte, die Story sei „zu erbarmungslos, um verfilmt zu werden.“ Wieder falsch. Die Handlung: Im dystopischen Amerika nehmen jährlich hundert Jugendliche an einem Todesmarsch teil. Tag und Nacht. Wer schlappmacht, wird erschossen. Bis nur einer übrig ist. Der darf mit sozialem Aufstieg rechnen… Eine Parabel auf sämtliche Rattenrennen, die neoliberale Politiker auf dem Arbeitsmarkt veranstalten. Regisseur Francis Lawrence kennt sich in diesem Thema bestens aus: Er inszenierte nämlich vier Teile von DIE TRIBUTE VON PANEM. Kinostart: 11. September. Pünktlich zur „Bürgergeld-Reform“.

Ist die empirische Welt tatsächlich „real“? Oder nur eine Simulation? – Seit der MATRIX-Trilogie weiß jeder die Antwort. Allerdings waren die Wachowskis bei diesem Thema nicht die ersten. Zwei wichtige Vorläufer: Rainer Werner Fassbinders DIE WELT AM DRAHT (1973) – und John Carpenters SIE LEBEN (1988). Carpenter enttarnt moderne Konsumwelten als Hypnose-Programm, mit dem Außerirdische die Menschheit versklaven. Der subversive Klassiker kehrt am 07. Oktober auf die Kinoleinwand zurück.

Eine weitere Variante der Virtual-Ontologie bot Steven Lisberger mit TRON (1982): Der Programmierer Flynn (Jeff Bridges) lässt sich via Laserstrahl digitalisieren und ins Innere eines Computerprogramms versetzen. Sein Job: Einen Betrug aufzudecken. TRON floppte. Der Grund: Als Walt Disney-Film war er zu düster und seiner Zeit zu weit voraus. Inzwischen, im Zeitalter globaler Digitalisierung, gilt TRON als Kult. Regisseur Lisberger nutzte diesen Wandel, baute sein Meisterwerk zum Franchise aus: Es folgte das Sequel TRON LEGANCY (2010) und die Animations-Serie TRON: DER AUFSTAND (2012). Jetzt, 13 Jahre weiter, startet TRON: ARES (2025) in den Kinos. Was die Produktionsfirma bislang verriet: Der Film folgt einem hochentwickelten Programm, Ares, das„von der digitalen Welt in die reale Welt geschickt wird, um eine gefährliche Mission zu erfüllen, die die erste Begegnung der Menschheit mit KI-Wesen markiert.” Kinostart: 09. Oktober. Läuft natürlich auch im b-ware!-Ladenkino.

A propos Kult: Seit 1973 beglückt „Troma Entertainment” die Bad Taste-Fans. Auf das Konto der Independent-Dynamos gehen cineastische Trash-Perlen wie SURF NAZIS MUST DIE (1986): Werke des Wahnsinns, die jeden Gewinner der „Goldenen Himbeere” locker abhängen. „Seriöse” Kritiker wenden sich kotzend ab, erklären die Troma-Streifen für „degeneriert”. Kann es bessere Werbung geben? Ein weiteres Meisterwerk der New Yorker Trash-Kings: THE TOXIC AVENGER (1984). Die Story handelt von einem jungen Fulltime-Loser namens Melvin. Als Gleichaltrige ihm einen Streich spielen, flüchtet er in eine radioaktive Tonne. Darin beginnt seine schmerzhafte Mutation zum verstrahlten Superhelden… Kurzum: Perfektes Joint- und Bierdosen-Kino. Es kommt noch besser: Am 25. September startet ein Remake von THE TOXIC AVENGER in die Kinos: Die Rolle des Melvin wurde mit Peter Dinklage besetzt. Den kennt Ihr als „Tyrion Lannister“ aus der TV-Serie GAME OF THRONES. „Endlich mal wieder richtig heftiger FSK-18-Splatter im Kino” freut sich der Rezensent von Filmstarts.de. Und wir freuen uns auch.

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